Die Musette

ist ein für den höfischen Geschmack verfeinerter Dudelsack. Typische Kennzeichen sind der Blasebalg und die in einem Zylinder zusammengefaßten Bordune. Außerdem hat die Musette zwei Spielpfeifen, auf denen man fast die ganze gängige Literatur in dieser Zeit spielen kann.

Zu den Spielpfeifen treten 4 Bordunpfeifen in einem Zylinder, der für die 4 Pfeifen insgesamt 11 Bohrungen enthält, so daß die Luftsäulen der Pfeifen teilweise mehrfach geknickt sein müssen. Die Bordune können durch Schieber auf 5 Öffnungsschlitzen einzeln ab- und zugeschaltet werden. Auf der Musette erklingen also bis zu 6 Pfeifen gleichzeitig. Alle Pfeifen sind zylindrisch gebohrt und mit einem Doppelrohrblatt versehen. Die zudem mit 8 offenen Tonlöchern und 12 Silberklappen versehene Musette lassen das Instrument in dieser Zeit zum weitentwickeltsten Holzblasinstrument überhaupt werden.

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Die neue Ästhetik der Klassik führte in der
Mitte des 18. Jahrhunderts zum Niedergang der Musette, wie bei anderen nunmehr altmodischen Instrumenten, wie Cembalo, Laute, Blockflöte und Gambe. Am Vorabend der französischen Revolution war die Musette zu einem Sammlerstück verkommen, das wegen seiner kostbaren Gestalatung mit Spielpfeifen aus Elfenbein und Silber und mit verzierten Samt- und Seidenmänteln um den Sack (die in den Journalen angebotenen Musettes hatten oft mehrere Mäntel in unterschiedlichen Farbtönen) nur noch als Schmuckstück gesucht wurde.
Schäfermoden
Vent et cordes
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Der Musette-Dudelsack wird von Lully seit 1664 regelmäßig in der Oper eingesetzt. Im Traite de la Musette von Borjon de Scellery (1672) lesen wir, ländliche und pastorale Darstellungen kämen ohne Musette nicht mehr aus, sie sei fast jedes Jahr im Ballett des Königs Ludwigs XIV zu sehen. Etwa um 1720 zur Zeit Ludwigs XV erlebt die Musette einen Aufschwung zu einem ausgesprochenen Modeinstrument. Bis etwa 1750 wird für dieses Instrument mehr komponiert als für beispielsweise Blockflöte und Violine.

Joseph Bodin de Boisnortier
Divertissement
de c
ampagne opus 49 Nr.2
Prelude lentement

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